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Können wir das globale Bewusstsein beeinflussen?

Der Psychologe Roger Nelson ging der Frage nach, ob es dieses globale Bewusstsein wirklich gibt. „Wenn sich also der Mensch über Jahrhunderte und Jahrtausende dazu entschlossen hat, zu beten oder sein spirituelles Verständnis beizubehalten, so hat das eine tiefere Bedeutung. Es weist darauf hin, dass wir eine Chance haben Wege zu finden, das nicht physische Wesen des Menschen, das wir als Geist oder Seele bezeichnen, zu erforschen und zu dokumentieren“ (Nelson, R.; Der Weltgeist 2018, S.37f). Er leitete das Global Consciousness Project an der Princeton Universität, einer 20-jährigen wissenschaftlichen Zusammenarbeit von Forschern, die die Auswirkungen des Massenbewusstseins in Reaktion auf bedeutende globale Ereignisse aufzeichnen. Nelson hat mit Hilfe von Zufallsgeneratoren nachgewiesen, dass Menschen intuitiv auf globale Ereignisse, wie z.B. den 11. September 2001, Erdbeben und Tsunamis reagieren, und zwar zum exakten Zeitpunkt des Ereignisses oder sogar vorher. Die Zufallsgeneratoren zeigten Anomalitäten noch bevor die Menschen aus den Medien von dem Ereignis erfahren haben. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse postuliert er, dass es ein globales Bewusstsein gibt. Dieser „Weltgeist“ ist wissenschaftlich nachgewiesen. Er betont, dass es keine Theorie oder kein Modell gibt, das diesen „Weltgeist“ erklären kann, er kann jedoch feststellen, dass es ein universelles Bewusstsein gibt und dass jeder Mensch grundsätzlich Zugang zu diesem Bewusstsein hat. Die Ergebnisse sind konsistent mit den Weisheitstraditionen vieler Kulturen und sprechen von der Einheit der Menschheit und tiefen Verbindungen durch Liebe, Mitgefühl und den kreativen Impuls. Nelson bestätigt auch die Aussagen Lászlós, dass das Bewusstsein bzw. der Weltgeist nicht allein abhängig vom physischen Gehirn ist.​

Wir tragen ein Wissen in uns, das wir nach dem heutigen wissenschaftlichen Verständnis gar nicht haben dürften. Der Psychiater Ian Stevenson kommt aufgrund seiner Forschungsergebnisse zur Reinkarnationsforschung zu dem Schluss, dass bis zum achten Lebensjahr Kinder in der Lage sind, sich an frühere Leben zu erinnern. Stevenson konnte nachweisen, dass Träume, Muttermale und nässende Wunden Hinweise auf frühere Leben sein können. Er fand die Familien, in denen das Kind vorher gelebt haben will, und diese Familien bestätigten die Aussagen des Kindes über ein verstorbenes Familienmitglied. ​Alle diese Ergebnisse sind in der wissenschaftlichen Gemeinschaft sehr umstritten. Man kann es glauben oder nicht, wissenschaftlich anerkannt, im Sinne eines allgemeinen Forschungsstands sind sie nicht. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass aufgrund dieser Ergebnisse immer mehr Forschung zum Bewusstsein stattfindet. Das Thema rückt in den Fokus und wird somit überhaupt näher betrachtet. Dies zeigt sich auch darin, dass Wissenschaftsdisziplinen wie Wirtschaftswissenschaften und Organisationspsychologie inzwischen den Aspekt des Bewusstseins in ihre Modelle einfließen lassen. 


Spiral Dynamics beispielsweise ist ein Modell zur Beschreibung der evolutionären Entwicklung von Individuen, Organisationen und Gesellschaften. Es wurde ursprünglich von dem Psychologen Clare W. Graves entwickelt und später von Don Edward Beck und Christopher Cowan weitergeführt. Die Theorie basiert auf der Idee, dass menschliche Werte und Weltanschauungen in Reaktion auf unterschiedliche Lebensbedingungen entstehen und sich verändern (Quelle: Don Beck, Christopher Cowan: Spiral Dynamics – Leadership, Werte und Wandel. 2007). Danach gibt es acht Hauptstufen der menschlichen Entwicklung, die als "MEMEs" (Value Memes) bezeichnet werden. Jede Stufe repräsentiert ein bestimmtes Wertesystem und eine spezifische Art des Denkens und Fühlens.


Diese Stufen sind:

  1. Beige: Überlebensinstinkt, grundlegende Bedürfnisse.

  2. Lila: Stammesdenken, magisches Bewusstsein.

  3. Rot: Macht und Egozentrik.

  4. Blau: Ordnung, Regeln und Traditionen.

  5. Orange: Erfolg, Rationalität und Wissenschaft.

  6. Grün: Gemeinschaft, Gleichheit und Umweltbewusstsein.

  7. Gelb: Systemisches Denken, Flexibilität.

  8. Türkis: Ganzheitliches Bewusstsein, globale Verbundenheit.​


Die Theorie betont, dass keine Stufe besser oder schlechter ist als die andere, sondern dass jede Stufe eine notwendige Antwort auf die spezifischen Herausforderungen und Lebensbedingungen darstellt. Als Organisationsentwickler haben Beck und Cowan vor allem das Management angesprochen zum Zweck der Kulturentwicklung in Unternehmen. Mit Spiral Dynamics wurden Aspekte wie Werte, Haltung und Bewusstsein zum Thema von Consultingunternehmen und Coaches, die sie wiederum in die Führungsriegen von Unternehmen tragen. Die am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT, Boston) von dem Wirtschaftswissenschaftler Otto Scharmer entwickelte Theorie U geht von der Erkenntnis aus, dass die Wirksamkeit des Handelns am stärksten durch die innere Einstellung (inner attitude) des Handelnden und der Orientierung auf die Zukunft beeinflusst wird. Dieses innere Wissen gezielt zugänglich und „zukunftsfähig“ nutzbar zu machen, ist Inhalt spezieller Individual- und Gruppenübungen entlang eines U-förmig verlaufenden Transformationsprozesses, dessen Resultat in konkrete Handlungsoptionen mündet. 


Die Theorie basiert auf drei Annahmen:

– Man kann ein System nicht verstehen, wenn man es nicht verändert.– Man kann ein System nicht verändern, wenn sich das Bewusstsein der/des Einzelnen nicht verändert.– Bewusstsein kann sich nicht verändern, wenn man ein System nicht als Ganzes betrachtet und erlebt. 

In dem von Scharmer entwickelten U-Prozess werden drei Phasen beschrieben. 1) open mind, den Kopf frei bekommen und die Gedanken zur Ruhe zu bringen. 2) open heart, das Herz frei zu bekommen und die (negativen) Emotionen zu beruhigen, um dann 3) im open will offen zu sein für neue Inspiration, die „aus der Zukunft heraus“ kommt. In diesem Prozess sind Element des Meditierens und der Achtsamkeit integriert. Unabhängig von der wissenschaftlichen Akzeptanz eines globalen Bewusstseins oder ob es eine Seele gibt, hält das Thema Achtsamkeit und Bewusstsein bereits Einzug in Führungskräftetrainings und die Ebenen des Managements.​​ Scharmers Theorie U zielt darauf ab, Führungskräfte und Teams dabei zu unterstützen, zukunftsorientierte und nachhaltige Veränderungen in Organisationen zu bewirken. László hingegen betont die Notwendigkeit einer globalen Transformation und eines Bewusstseinswandels, um eine nachhaltige Zukunft zu erreichen. Beide Ansätze unterstreichen die Bedeutung von Bewusstsein und Verbundenheit, um transformative Veränderungen zu initiieren. 

Und hier wird ein dritter Aspekt der Bewusstseinsforschung angesprochen. Es stellt sich nicht nur die Frage ob der Mensch eine Seele hat (1) und ob die Seele ein Teil eines globalen Bewusstseins ist (2), sondern die Frage ist auch, ob wir dieses globale Bewusstsein aktiv beeinflussen können (3).

Lynne McTaggart kannte die Forschungsergebnisse von Nelson und den Forschern am Global Consciousness Projekt. Diese Ergebnisse und Forschungsergebnisse aus der Physik führten sie zu der Frage, ob das Bewusstsein nur wahrgenommen werden kann, oder ob Menschen dies auch beeinflussen können. Ihre Experimente mit Gruppen, die eine bestimmte Intention an eine Pflanze oder einen bestimmten Menschen sendet, zeigte, dass wir durch unseren Geist Einfluss auf Materie nehmen können. Es wurden gezielt für etwa zehn Minuten Heilungsintentionen von Menschen an ein Weizenkorn oder an kranke Menschen gesendet und es zeigte sich, dass sowohl das Weizenkorn eine signifikant bessere Keimung und Wuchshöhe zeigt als auch der Heilungsprozess bei verletzten oder kranken Menschen durch die Intentionen unterstützt wurde. Ihr Buch „die Kraft der Acht“ zeigt wirklich beeindruckende Beispiele, was durch positive Intentionen in einer Gruppe von acht Menschen bewirkt werden kann.


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